Xavers Welt – Frühjahrsdiät

So ganz hab ich mein letztes, gescheitertes Treffen mit Franzi noch nicht verkraftet! Und der Egon ist heute wie ein Stelzbock an mir vorbei, frisch schamponiert und mit einem glitzernden, neuen Halsband. Jetzt muss ich endlich handeln: Ich mache Diät und trainiere meinen Dackelkörper, bis der Sixpack endlich durchkommt!

Fest entschlossen spaziere ich zum Altpapier, dort gibt es immer hochinteressante Zeitschriften von der Bissinger, die sie regelmäßig entsorgt. Da sind ganz viele Liebestipps, Rezepte und Schuhe drin. Ok, auf Liebestipps von der Bissinger verzichte ich mal lieber, aber kochen und backen kann sie, das muss man ihr echt lassen. Einmal hab ich mir ein Stück Kuchen geschnappt der zum Abkühlen am Fenster stand, der war göttlich! Sie war danach wieder total narrisch und hat mir doch tatsächlich einen Schuh nachgeschmissen, naja – der Kuchen war es Wert.

Ich zerr an einem Haufen Altpapier und finde genau das was ich brauch: eine Frühjahrsdiät! „Na Xaver, druckt`s Wammerl a bissal?“ Der Schorsch grinst von oben herab auf mich hinunter, trotzig schau ich ihn an. „Brauchst gar nicht so grantig schaun, ich helf dir a bei deiner Traumfigur! Aber ob so a Brokkoli-Spinat-Smoothie wirklich für einen Dackel geeignet ist?“ Schorsch runzelt die Stirn und ich setzt meinen erbärmlichsten Dackelblick auf. Das wirkt und der Schorsch geht vor zum Supermarkt, nur eine Stunde später sitz ich vor einem frischen und sehr grünen Gebräu.

Ich hab wahnsinnigen Hunger, mein Magen knurrt schon lauter als Gonzo, die Dogge die drei Häuser weiter wohnt. Dann nimm ich den ersten Schluck und mich hebt`s regelrecht: Pfui deifi ist das greislich! Egal, wer schön sein will muss leiden! Ich reiß mich zusammen und schleck tapfer meinen Napf aus. Danach ist mir furchtbar schlecht, in meinem Bauch rumorts und ich fühle mich, als hätt ich die Nacht in der laufenden Waschmaschine verbracht.

Wimmernd liege ich auf meiner Decke und warte bis es besser wird. Irgendwann schlaf ich ein und träume von einem tanzenden Hähnchenschlegel, goldgelben Pommes, einer frischen Weißwurst und Bonbons in glitzernden, bunten Papier. Dazu gibt es ein kühles Bier… hmmm. Dann werde ich plötzlich wach und jetzt ist es wirklich eilig – der Brokkoli und der Spinat suchen dringend einen Ausweg!

Im Schweinsgalopp versuche ich, einen abgelegenen Busch zu finden, doch ich schaffe es nur bis zum Fahrradständer! Unkontrolliert und sehr geräuschvoll werde ich den Smoothie los. Hach, das ist ein Gefühl!!! Ich atme auf und drehe mich zufrieden um – und schon kommt der nächste Schock: Franzis große Augen starren mich an, sie rümpft ihr rosafarbenes Näschen, dreht sich um und geht! Himmel Hergott, das kann doch jetzt nicht sein! Zu allem Überfluss schwänzelt natürlich der depperte Egon noch um sie rum, grinst mich saublöd an und dann sind sie beide weg.

„Na Xaver, hat wohl nicht funktioniert mit deiner Diät?“ Der Schorsch schaut mich mitleidig an, ich bin den Tränen nahe. Traurig trotte ich neben ihm her, er lädt mich noch auf seinen Balkon ein. Um mich aufzumuntern gibt es ein schönes, frisches Bier. Ich schlürfe zufrieden vor mich hin und der Schorsch meint: „Mei Xaver, warum a Sixpack wenn ma a  ganzes Bierfassl haben kann!“  Da hat er recht,  der Schorsch!

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