Ein Gedicht über`s Anderssein
Hoch im Baum da lebt ein Geier,
sein Name der ist Herrmann Meier.
Doch schon als Kind da war es klar,
dass Herrmann etwas anders war!
Die anderen Eier waren weiß und rund,
nur Herrmann`s Ei war eckig und bunt.
Und als er aus dem Ei ausschlüpfte,
und wild im Nest sprang und hüpfte,
da sah sein Vater ihn streng an,
und sagte dass er nicht bleiben kann!
„Du bist zu bunt und viel zu dick“
meint Vater Geier und gibt ihn einen Kick.
Mutter Geier schaut ihn traurig an
Und fragt ihn warum Herrmann nicht anders sein kann?
Vater Geier wird wütend und schreit ganz laut:
„Schau ihn doch an wie er ausschaut!
Was werden die anderen Geier nur denken,
und sich ihr langen Hälse verrenken,
um Herrmann zu sehen und dann laut zu lachen,
was sollen wir denn dann nur machen?“
Mutter Geier antwortet drauf: „Ist mir doch egal!
Er gehört zu uns, so ist das halt mal.
Ich geh mit ihm fort und lass dich zurück,
ich wünsch dir das Beste und finde dein Glück!“
Herrmanns Brüder und Schwestern die wissen im Nu,
für sie ist ganz klar – Hermann gehört dazu.
Vater Geier ist nun ganz allein,
und hat viel Zeit zum traurig sein.
Für die andern jedoch ist jeder Tag ein Fest,
sie tanzen und lachen gemeinsam im Nest.
An einem schönen Tage dann,
kommt Vater Geier ganz trübselig an.
Er sagt: ich fühl mich so allein,
kann nicht alles wieder wie früher sein?
Mutter Geier meint drauf: „So wird es nie wieder sein,
denn Herrmann ist nämlich nicht mehr allein!
Er wohnt jetzt drüben im Tumblinger Forst,
und teilt sich sein Nest mit seinem Mann Horst.“
Der Vater meint nur: „Das ist mir egal,
er ist wie er ist, es ist seine Wahl.
Ob Frau oder Mann, ob bunt, dünn oder dick,
die Hauptsache ist, er findet sein Glück!

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