Schweine-Wissen To Go
Jetzt mal ganz ehrlich: Bei kleinen Ferkeln schmelzen wir dahin, wenn sie freudig grunzend und mit wackelnden Ohren herumtollen. Sind sie dann groß und dick, gefallen sie den meisten von uns nur noch in gebratener Form. Das freudige quieken hat sich dann in ein tiefes Grunzen verwandelt, der Körpergeruch ist strenger und zugegeben kann es einem doch etwas mulmig werden, wenn ein ausgewachsenes Tier im „Schweinsgalopp“ auf jemanden zurennt.
Sind Schweine dumm?
Kurze Antwort: Nein. Schweine gelten als hochintelligente Tiere mit kognitiven Fähigkeiten, die in etwa einem 3-Jährigen Kind entsprechen. Sie können komplexe Aufgaben lösen um so zum Beispiel Türen zu öffnen. In Tests hat sich sogar herausgestellt, dass sie einfache Videospiele spielen können indem sie den Joystick in den Mund nehmen und den Cursor bewegen. Hausschweine lernen auch einfache Befehle, ähnlich wie einem Hund kann man mit ihnen üben, Sitz zu machen und bekommt sie auch stubenrein. Sie haben eine hohe soziale Intelligenz und erkennen Artgenossen und können Stimmen unterscheiden. Außerdem haben sie einen extrem starken Geruchssinn. Mit den empfindlichen Schnauzen spüren sie kostbaren Trüffel auf, der sich im Waldboden befindet.
Warum gelten Schweine als schmutzig?
Schweine können nicht schwitzen. Damit sie nicht „überhitzen“ wälzen sie sich im Schlamm und suchen sich ein schattiges Plätzchen zum chillen. Deswegen sind sie immer mit einer Dreckschicht bedeckt. Haben sie genug Platz trennen sie streng den Schlafplatz von der „Toilette“ ab. Das Schweine gerne baden und auch hervorragende Schwimmer sein können, beweisen die schwimmenden Schweine am Big Major Cay auf den Bahamas. Mit großem Vergnügen paddeln sie im türkisfarbenen Karibikwasser. Unseren Nutztieren bleibt dieses Vergnügen vorbehalten, generell könnten aber auch unsere Schweine schwimmen gehen, wenn sie die Möglichkeit hätten, denn der plumpe Körper ist durchaus schwimmfähig.
Glücksschweine – mehr als nur ein Braten!
Die ersten Schweine wurden bereits vor ca. 9000 Jahren domestiziert und als kostbarer Fleischlieferant gehalten. Schweine vermehren sich mit ca. 10 Ferkeln pro Wurf – und das zweimal im Jahr – relativ schnell. Die anspruchslosen Allesfresser setzen auch in kurzer Zeit viel Speck an. Wer also im Mittelalter ein Schwein besaß, musste keinen Hunger fürchten. Deswegen waren die Schweine schon damals ein Zeichen von Wohlstand und Glück. Im Mittelalter erhielt bei Wettspielen der Verlierer ein Ferkel – als Trost für das „Pech“ das er hatte. Das Schweinchen bedeutet zwar das er verloren hatte, dennoch war er vom Glück gesegnet, da das Ferkel schon bald als Festtagsbraten serviert wurde. Vermutlich leitet sich daraus auch die Redewendung „Da hast du aber Schwein gehabt“ ab.
Ihr seht also, wie wichtig Schweine schon in der Vergangenheit für die Menschen waren. Für mich sind es liebenswerte Motive, die ich gerne zeichne. Und das macht mich glücklich – also noch ein Grund, warum ein Schwein Glück bringen soll 😊



